Mit Bio-Hacking das Potenzial entfalten

Mit Bio-Hacking das Potenzial entfalten

Der Hype aus den USA: So wie man Computer hacken kann, lässt sich auch das biologische System jedes Menschen knacken. Das verspricht Dave Asprey, Pionier des Bio-Hacking. Solange man nicht in grenzenlose Selbstoptimierung verfällt, macht die Sache durchaus Sinn. Welche Effekte Bio-Hacking hat und Tipps, wie du es ganz einfach und sofort ausprobieren kannst.

Was ist Bio-Hacking?

Als Bio-Hacker möchte man die bestmögliche Version seiner selbst werden. Man lernt die eigene Biologie, den eigenen Körper besser kennen und verstehen, um das gesamte biologische System zu optimieren. Der Begriff Bio-Hacking lehnt sich an das Hacking von Computern an – Bio-Hacker greifen in das biologische System des Körpers so ein, wie es Computer-Hacker in das technologische System von Rechnern tun.

Wer hat Bio-Hacking erfunden?

Als Pionier des Bio-Hacking gilt der US-amerikanische Unternehmer und Bestseller-Autor Dave Asprey, der auch für seinen Bullettproof Kaffee berühmt ist. Mit seinen Ernährungsprogrammen will der Anti-Aging-Guru die menschliche Lebenszeit hacken und verlängern können. Er selbst will 180 Jahre alt werden und bezeichnet dies als realistische Annahme vor dem Hintergrund, dass manche Menschen heute ja schon ohne Bio-Hacking stolze 120 Jahre alt werden.

Welche Effekte hat Bio-Hacking körperlich?

Bio-Hacking strebt eine Verbesserung des gesamten biologischen Systems des Menschen an. Dazu gehört zum Beispiel die Optimierung des Stoffwechsels, der Leistungsfähigkeit und des gesamten Regenerationssystems mit einer bestmöglichen Abstimmung von Belastung und Entlastung, was für eine gesunde Stressverarbeitung nötig ist.

Welche Effekte hat Bio-Hacking mental?

Alles, was auf den Körper Einfluss nimmt  – zum Beispiel Sauerstoff, Temperatur, Licht,  Makro- und Mikronährstoffe, Bewegung, Schlaf – beeinflusst auch die Prozesse des Gehirns. Will man also die Leistungsfähigkeit seines Gehirns „hacken“, muss man wissen, dass 20 bis 25 Prozent der Energiezufuhr von dem Gehirn verbraucht werden. Deshalb versucht man, das Gehirn über eine verbesserte, angepasste Nahrungszufuhr optimal mit Energie zu versorgen. Hierzu wird die Zufuhr von Glukose, Ketonen bzw. Kohlenhydraten und Fetten individuell den Bedürfnissen des jeweiligen Menschen angepasst.

Wie funktioniert Bio-Hacking?

Basis für jedes Bio-Hacking ist eine Analyse der individuellen Situation und Probleme. Zu den entsprechenden Einstiegsfragen kann zum Beispiel gehören: Was macht mir Stress? Wie wirkt sich Stress bei mir aus? Habe ich Schlafprobleme? Bin ich tagsüber oft müde?

Hilfreich für die Selbstanalyse kann das Prinzip des Trackings mit entsprechenden Tools sein. So kann man etwa das eigene Essverhalten analysieren, indem man zum Beispiel die tägliche Zufuhr von Fetten, Kohlenhydraten oder Proteinen misst. Auf diese Weise bekommt man zumindest schon mal einen Eindruck des jeweiligen Status Quo. Für eine tiefere Auswertung und Entwicklung eines Plans zur Optimierung von Essverhalten, Schlaf, Bewegung und anderem mehr braucht es dann meist einen Fachmann.

Wie steige ich ein ins Bio-Hacking?

Ein ganz einfacher Einstieg ins Bio-Hacking können Heiß-Kalt-Wechselduschen sein. Mann kann dazu den Temperaturregler einfach ein wenig verändern – also etwas kälter auf der einen Seite und etwas weniger heiß bzw. warm auf der anderen Seite. Mit der Zeit kann man den Regler immer ein bisschen weiter in diese Richtung anpassen. Diese kleine, einfache Maßnahme hat bereits einen positiven Effekt auf das Immunsystem und führt zu einer gesteigerten Fettverbrennung – und das, obwohl man noch gar nicht viel „getan“ hat, außer, die Stellung des Temperaturreglers der Dusche zu verändern.

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus dem Feld der Ernährung. Man sorgt zwischen den Mahlzeiten für längere Phasen, in denen man nichts isst, sondern nur trinkt. Dieses Prinzip geht bereits in die Richtung des unterbrochenen, intermittierenden Fastens, das man auch Intervall-Fasten nennt. Dafür kann man beispielsweise die Uhrzeiten für die erste, zweite und dritte Mahlzeit im Abstand von vier Stunden festlegen. Dabei wird der Insulinspiegel positiv reguliert, so dass der Körper nicht ständig Blutzuckerspitzen durch die Zufuhr von Zucker bzw. Fruchtzucker durch kleine Snacks und entsprechende Getränke hat. Dieses Pausieren über längere Phasen begünstigt einen ausgeglichenen Stoffwechsel und ein längeres Zeitfenster der Fettverbrennung.

Ein kleiner, aber guter und wichtiger Schritt wäre deshalb, beim Espresso oder Kaffee zwischendurch Zucker und Milch wegzulassen. Und vielleicht noch eine ganz einfache Faustregel: Kaufe statt verarbeiteter Lebensmittel in Fertiggerichten möglichst frische, unverarbeitete Produkte. Wer den Supermarkt öfter durch den Wochenmarkt ersetzt, ist mit frischen Produkten direkt vom auskunftsbereiten Erzeuger schon auf dem richtigen Weg zu einer gesünderen Ernährung.

Für wen ist Bio-Hacking geeignet?

Generell ist Bio-Hacking etwas für jeden – natürlich unter einer Voraussetzung: Man ist möchte wirklich etwas an sich verändern. Diese Motivation muss von einem selber kommen. Freunde, Partner und selbst ein Coach oder Personal Trainer können nur Anregungen machen. Wer also bereit ist, selbst nur kleine Veränderungen an sich und seinem Lebensstil in Angriff zu nehmen, der wird etwas mit Bio-Hacking anfangen können.

Tipp 1 für dein Bio-Hacking: Bewusstes Atmen

Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Entspannungstechnik ist das bewusste Atmen. Sie ist eine Vorstufe oder bereits Form der Meditation, die auch etwas für Menschen ist, die mit Meditation grundsätzlich nicht so viel anfangen können und bei diesem Begriff eher eine Abwehrhaltung einnehmen.

Was heißt nun bewusste Atmung? Das kann bedeuten, einfach früh morgens mal raus oder auf den Balkon zu gehen und zwei, drei Minuten lang einige tiefe Atemzüge zu machen. Sei dir dabei bewusst, wie die Luft durch die Nase in dich strömt und dich wieder verlässt. Spüre die kühle Luft, ihren Geruch nach einem Regen… Die Art und Weise unserer Atmung steuert unser vegetatives Nervensystem und schafft auf diese Weise in kürzester Zeit innere Ruhe. Ein guter Einstieg in einen Tag voller kleiner oder großer Herausforderungen.

Tipp 2 für dein Bio-Hacking: Timing der Bewegung

Wenn du mehr oder öfter sportlich trainieren möchtest, um dir körperlich wie mental Gutes zu tun, mache dir einmal darüber Gedanken, welche Tageszeit für dich persönlich dafür am besten geeignet ist. Idealerweise legst du aus hormonellen Gründen die dynamischeren Sportarten in den Morgen und die ruhigeren in den Abend.

Tipp 3 für dein Bio-Hacking: Smarte Snacks

Wer tagsüber beispielsweise am Arbeitsplatz nicht auf Snacks verzichten möchte, der sollte sich einmal bewusst damit auseinandersetzen, welche Snacks für ihn gut sind. Um den Blutzuckerspiegel nicht in kurzen Intervallen immer wieder hoch zu jagen, sollten die Zwischenmahlzeiten gezielt ausgewählt werden. Beispiel: Besser als einen Apfel oder eine Banane allein zu essen ist es, das Obst mit einem Joghurt zu kombinieren. Weshalb? Weil man der Kohlenhydratquelle – die den Blutzucker erhöht – eine neutralisierende Proteinquelle beifügt. Schöner Nebeneffekt: Das Sättigungsgefühl ist höher ohne, dass die Kalorienzahl wesentlich steigt.

Fazit

Wir optimieren alle möglichen Bereiche unseres Lebens – die Handyfunktionen, den Stromtarif, die Arbeitsprozesse… Nur eines vergisst man dabei allzu oft: sich selbst. Aus dieser Sicht, spricht einiges für Bio-Hacking. Mache dir deinen täglichen Umgang mit Ernährung, Bewegung und den eigenen Denk- und Verhaltensweisen bewusst. Selbst kleine Veränderungen können viel bewirken. Je mehr dieser Kleinigkeiten – bewusste Atmung, Bewegung am Morgen, smarte Snacks – du  positiv veränderst, desto mehr wirst du profitieren. Jede einzelne dieser Veränderungen macht dich bereits zum Bio-Hacker. Keine Sorge, das heißt nicht, dass du in eine unendliche Spirale der Selbstoptimierung rutschten sollst, die für dich alles andere als optimal wäre.

 

Autor: Andre Abou Zeitouneh

Quellen: www.brain-effect.com/magazin

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